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Kommentar  28.02.2018 (Archiv)

Redaktionelle Gesellschaft?

Skandalisierend, in der Echokammer gefangen, Fake News ausgeliefert und immer auf einem Reizfaktor, der die sofortige Verbreitung seiner Meinung zu jedem Thema in Social Media erfordert - so agieren wir heute.

Kein auch noch so kleines Thema wird so zum Megaskandal, jedes Detail emporgehoben und zum Angriff genutzt. Dabei ist die Wahrheit nicht mehr relevant, jeder Fake eignet sich genauso für Attacken. Ist das Umfeld dazu noch gleich gepolt, schaukelt sich das auch noch hoch.

Bernhard Pörksens 'große Gereiztheit' liefert in der 'redaktionellen Gesellschaft' aber auch eine Lösung, um dieser anhaltenden Problematik, die durch Social Media erst möglich wurde, gegenzusteuern. Sie ist utopisch, aber überlegenswert. Pörksen geht davon aus, dass jeder Mensch redaktionell arbeiten müsste, bevor er sich selbst verbreitet.

Was das bedeutet? Im Endeffekt muss das, was ein Journalist tut, auch für eigene Kommunikation gemacht werden:

  • Wahrheit suchen
  • skeptisch bleiben
  • Verständigung und Diskurs suchen
  • Kritik und Kontrolle zulassen
  • Transparent bleiben
  • Relevanz prüfen
  • in Proportionalität einordnen
  • moralisch abwägen


So in etwa würde von Hasspostings wenig Substrat überbleiben. Die Essenz eines Postings wäre dann aber objektiv oder zumindest kritisch abhandelbar, wäre Argumentationsgrundlage für ein seriöses Streitgespräch, würde jedenfalls aber nicht skandalisieren und angreifen, sondern zusammenführen und uns weiter bringen. Gute Idee!

Ihre Meinung dazu? Schreiben Sie hier!

#Gesellschaft #Redaktion #Journalismus #Zukunft #Social Media


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