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Aktuelles  09.06.2012 (Archiv)

Flame und Malware

Das Cyberwar-Instrument 'Flame' zeigte eindrucksvoll, wie weit die Waffen im Internet bereits sind. Auch das Ende von Flame gehört dazu.

Der Virus, der als Angriffswaffe im Internet gilt und gegen den Iran gerichtet sein dürfte, hat sich von selbst gelöscht - plötzlich war er von allen Rechnern spurlos verschwunden. Er kam schnell, wirkungsvoll und verdeckt und wurde nach der Entdeckung wieder zurückgezogen. Als 'Nachfolger' und erweiterter Stuxnet ist einmal mehr klar, dass im Internet aufgerüstet wurde und wird.

Der schnelle Fortschritt im Bereich der Cyberwaffen könnte dazu führen, dass bald eine neue Generation an Schädlingen und Gegenmaßnahmen das Licht der Welt erblicken könnte, die nur noch schwer zu kontrollieren sind. Zu diesem Schluss kommt Enn Tyugu, ein Experte vom NATO Cyber Defense Zentrum in Tallinn.

Das Industriesabotage-Tool 'Stuxnet' und der jüngst aufgetauchte Schäding 'Flame' zeigen, dass der virtuelle, globale Krieg längst keine reine Fiktion mehr ist. Zwar operieren beide Programme sehr unterschiedlich, jedoch weisen sie zwei bedeutende, gemeinsame Merkmale auf: Sie sind intelligent und operieren weitestgehend autonom.

Dies birgt laut Tyugu die Gefahr, dass zukünftige, hochentwickelte Malware und die zu ihrer Abwehr und Elimination entwickelten Tools, auch für ihre Entwickler außer Kontrolle geraten könnten und somit Konfliktpotenzial bergen.

Auch Programmierfehler können eine entscheidende Rolle spielen. Im Falle von Stuxnet waren diese sogar hilfreich, da sie es erst ermöglichten, die Gefahr zu entdecken. Der Schädling manipulierte Uranzentrifugen in iranischen Anlagen, hätte diese aber unter den falschen Bedingungen oder bei fehlerhafter Umsetzung auch komplett lahmlegen können. Je nach Einsatzzweck und -ort könnten die realen Folgen eines digitalen Angriffs auch wesentlich schwerer sein.

Viele User unterschätzen das Gefahrenpotenzial und gehen zu lax mit der Sicherheit ihrer Computer um. Darum werden Angriffe auf die Masse zur Abschöpfung von Daten wie Kreditkartennummern oder E-Banking-Logins meist mit billigen Mitteln ausgeführt.

Mit dem Support-Ende von Windows XP Service Pack 3 im April 2014 könnten für die Bösewichte paradisische Zustände ausbrechen. Während Unternehmen Schwachstellen des Systems in der Regel über ihr Intrusion-Prevention-System unsichtbar machen können, verfügen viele User oft nicht einmal über Sicherheits-Mindeststandards wie ein aktuelles System, einen neuen Virenscanner und eine Firewall. Aktuell liegt der Anteil von XP-Systemen bei Privatnutzern je nach Schätzung immer noch zwischen 40 und 50 Prozent.

red/pte

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#Computer #Krieg #Sicherheit #Malware #Virus



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