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Aktuelles  25.06.2020 (Archiv)

Corona tötet grüne Investitionen

Klimavorteile etwa durch weniger Flugverkehr sind der Silberstreif am Horizont der COVID-19-Pandemie, doch dieser ist womöglich trügerisch.

Denn unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise leiden auch Investitionen in grüne Energien und saubere Technologien. Diese könnten auch längerfristig weit unter dem Niveau vor der Pandemie bleiben, warnt eine Studie unter der Leitung der Yale School Forestry & Environmental Studies. Das würde auch dem Klima teuer zu stehen kommen.

'Diese globale Krise wird Investitionen in saubere Energien sicherlich hinauszögern', meint Studien-Erstautor Kenneth Gillingham, Professor für Umwelt- und Energiewirtschaft in Yale. Bereits Ende April seien die Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien deutlich zurückgegangen. Im Idealfall einer allgemein schnellen wirtschaftlichen Erholung könnten diese zwar relativ schnell wieder auf das Niveau vor der Pandemie klettern - doch in einem laut Forschern durchaus realistischen Worst-Case-Szenario würden Investitionen in grüne Energien längerfristig unter die Räder kommen.

Gillingham verweist beispielsweise auf die großen Investitionen von Autobauern in die Elektromobilität vor der COVID-19-Krise. Diese würden wohl versiegen. 'Sollten die Unternehmen nur noch ums Überleben kämpfen, ist es viel unwahrscheinlicher, dass sie große Investitionen in neue Technologien für die nächste Generation tätigen können, da sie gar nicht wissen, ob sie bis in die nächste Generation bestehen', meint der Wissenschaftler. Allgemein wären Innovationen im Energiesektor wie CO2-arme Technologien wohl keine Priorität mehr. Knappere öffentliche Budgets - und somit fehlende Fördermittel - könnten dies zusätzlich verschärfen.

Den kurzfristigen Klimavorteilen im COVID-19-Lockdown durch massiv gesunkenen Treibstoffverbrauch und CO2-Ausstoß drohen dadurch langfristig gröbere negative Auswirkungen für das Klima zu folgen. Sollten die Investitionen in grüne Energien nur ein Jahr lang stagnieren, würde das den Forschern zufolge bereits sämtlichen Nutzen die geringeren Emissionen von März bis Juni dieses Jahres überwiegen. Das Worst-Case-Szenario wäre gar ein CO2-Mehrausstoß von 2,5 Mrd. Tonnen bis 2035. Die Folgen davon würden dem Team zufolge auch 40 Leben pro Monat kosten.

pte/red

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#Corona #Investition #Umwelt #Klima



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